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descriptionGrafik: Herz
Die Herzkranzgefäße verkalken und der Herzmuskel wird schlecht durchblutet. So entsteht die koronare Herzkrankheit, die anfangs kaum Beschwerden macht.
descriptionUltraschalluntersuchung
Die Durchblutungsstörung des Herzmuskels kann sehr schmerzhaft sein, aber auch symptomlos fortschreiten. Zur Diagnose stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.
descriptionOperationsinstrumente
Medikamente bilden neben gesunder Ernährung und Bewegung die Basis der Therapie. Ballondilatation, Stent und Bypass-Operation sind weitere Optionen.
descriptionBlaulicht
Sogenannte Chest Pain Units – die spezialisierten Notaufnahmen im Krankenhaus für Patienten mit Brustschmerz – werden die Behandlung optimieren.
descriptionRadfahren
Rauchstopp, Bewegung und gesunde Ernährung sind unerlässlich für jeden KHK-Patienten. Medikamente und Psychotherapie helfen bei Angst und Depression.
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KHK-Therapie schenkt Lebensqualität

Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) müssen sich auf eine jahre-, oft sogar lebenslange Behandlung einstellen. Wird die Erkrankung rechtzeitig festgestellt, ist das oberste Behandlungsziel, einen Herzinfarkt zu vermeiden. Wer bereits einen Herzinfarkt oder starke Angina-Pectoris-Beschwerden hatte, wird durch die Therapie an Lebensqualität gewinnen und bei optimaler Behandlung wieder belastbarer werden.

Im Überblick



Optimale Planung entscheidend für den Erfolg

Entscheidend für den Therapieerfolg ist eine gute Planung: Zuerst schätzt der Arzt ab, welchen Einfluss Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, eine Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck und Diabetes mellitus haben. Für jeden einzelnen Risikofaktor wird der Arzt mit dem Patienten beraten, wie das Risiko am besten zu senken ist. Alle genannten Risikofaktoren sind durch Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion, strengen Nikotinverzicht und körperliches Training positiv zu beeinflussen. Führen diese Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Risikobegrenzung, kommen Medikamente zum Einsatz. Damit lassen sich Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus meist gut behandeln. Lebensstiländerungen und medikamentöse Therapien werden auch als Basistherapien der KHK bezeichnet.
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Körperliche Aktivität der Erkrankung anpassen

Bei der KHK besteht ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage: Der Koronarkreislauf kann den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels nicht vollständig decken. Für die Therapie ist es wichtig, dass die Patienten diesen grundlegenden Zusammenhang verstehen. Mit Ausnahme körperlicher Schwerstarbeit kann ein Betroffener in der Regel allen Tätigkeiten in Beruf und Freizeit weiterhin nachgehen – allerdings unter der Voraussetzung, dass er „einen Gang runterschaltet“. Wenn alle körperlichen Bewegungen in Arbeit und Alltag ein wenig langsamer ausgeführt werden, bleibt der Patient oft unter der Schwelle, bei der es im Herzmuskel zu einem Sauerstoffmangel kommt. Von besonderem Nutzen ist körperliches Konditionstraining durch Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Schwimmen oder Radfahren. Es verbessert die körperliche Belastbarkeit und hat daneben außerdem einen psychologischen Nutzen. Vor Beginn eines Ausdauertrainings sollte sich ein KHK-Patient aber unbedingt mit seinem Arzt beraten, denn die Belastung darf nie so hoch sein, dass es zu einem Sauerstoffmangel im Herzmuskel kommt
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Medikamente als Grundpfeiler der Therapie

Fast alle KHK-Patienten werden mit Medikamenten behandelt. Durch die medikamentöse Behandlung sollen die Beschwerden verringert werden. Es gibt zum einen Medikamente, die eine bei Belastung steigende Herzfrequenz und den Blutdruck senken, sodass alltägliche Aktivitäten nicht zu einem Sauerstoffmangel im Herzmuskel führen. Zum anderen wird durch das Medikament Acetylsalicylsäure (ASS) die Gefahr der Blutgerinnselbildung herabgesetzt.

Viele Menschen nehmen Tabletten „fürs Herz“, ohne deren Wirkungsweise zu kennen. Dabei gibt es entscheidende Unterschiede zwischen den vielen Medikamenten, die ein Herzkranker oft einnehmen muss:
  • Ein Nitrat, als Spray, Lutschtablette oder Kapsel eingenommen, hilft bei plötzlichem Angina-Pectoris-Schmerz innerhalb von Minuten. Es ist sozusagen das „Notfallmedikament“ für belastungsabhängige Herzschmerzen. Achtung: Hilft es nicht oder nicht sofort, dann unbedingt den Notarzt rufen!
  • ASS hemmt die Zusammenballung der Blutplättchen und „verdünnt“ dadurch das Blut. Das Blut kann besser fließen und verstopft nicht so schnell verengte Gefäße. ASS ist effektiv und preiswert.
  • Clopidogrel hat die gleiche Wirkung wie ASS und wird stattdessen gegeben, wenn ein Patient unter einem Magengeschwür (Blutungsgefahr durch ASS!) oder einer Allergie gegen den Wirkstoff Acetylsalicylsäure leidet.
  • Betablocker helfen dem Herzen Sauerstoff zu sparen, senken den Blutdruck und bessern Angina-Pectoris-Schmerzen.
  • Kalziumkanal-Blocker erweitern die Herzkranzgefäße und senken den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels sowie den Blutdruck.
  • Statine senken das LDL-Cholesterin, verzögern das Fortschreiten der Arteriosklerose und verringern die Infarktgefahr.

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Viel hilft nicht immer viel

Es gibt noch mehr Medikamente, die bei Herzpatienten gegeben werden können – die hier aufgezählten sind jedoch die gebräuchlichsten. Art und Menge der verschriebenen Tabletten richten sich danach, welche Erkrankungen außer Angina pectoris noch vorliegen – zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus. Wichtig zu wissen: Jedes Kilo weniger, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung helfen, die Tablettenmenge zu reduzieren. Das eigene Bemühen, gesund zu leben, kann durch keine Tablette ersetzt werden.
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Durch Operation Gefäße weiten oder ersetzen

Bei starker Angina pectoris und nach einem Herzinfarkt gibt es zwei Möglichkeiten, die Durchblutungsstörung des Herzens durch eine Operation zu beseitigen:

1. Das verschlossene oder eingeengte Gefäß wird geweitet. Zur Weitung dient ein Ballon, der über einen Herzkatheter bis zur Engstelle vorgeschoben wird. Diese Untersuchung wird deshalb auch Ballondilatation genannt, Mediziner sprechen auch von PTCA (perkutane transluminale Koronarangioplastie) oder von PCI (perkutane Koronarintervention). Eine eingesetzte Gefäßstütze (Stent) kann verhindern, dass sich das Gefäß wieder verschließt.

2. Die verschlossenen Gefäßabschnitte werden durch ein Ersatzgefäß überbrückt. Bei dem als Bypass-Operation bekannten Eingriff wird körpereigenes Gefäßmaterial (Arterie oder Vene) in das Herzkranzgeflecht verpflanzt.
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Ballondilatation oder Bypass?

Bei Patienten mit Engstellen in einem oder zwei, ausnahmsweise auch in drei Herzkranzgefäßen kommt vorzugsweise die Weitung zum Einsatz. Voraussetzung ist, dass sich die Angina-pectoris-Beschwerden mit Medikamenten nicht ausreichend bessern lassen und sich beim Belastungstest ein Sauerstoffmangel am Herzmuskel nachweisen lässt. Eine Bypass-Operation wird vorrangig bei Patienten durchgeführt, die Einengungen an zwei oder drei Herzkranzgefäßen aufweisen, die möglicherweise noch ungünstig gelegen und einer Weitung nicht zugänglich sind. Außerdem wird diese Methode gewählt, wenn der Hauptstamm der Herzkranzarterie betroffen ist. Die Wahl der Methode hängt außerdem davon ab, wie stark das Herz schon geschwächt ist und welche weiteren Erkrankungen den Patienten belasten. Bei schwerkranken Herz-Patienten wird der Arzt vorrangig die Ballondilatation wählen: Sie ist ohne Vollnarkose möglich und belastet den Patienten deshalb nicht übermäßig.

Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bietet sich unter bestimmten Bedingungen ein Stent an. Ein Stent ist ein kleines röhrenförmiges Metallgitter. Diese Gefäßstütze wird mithilfe eines Herzkatheters in verengte Gefäße eingesetzt, um sie zu weiten oder einen erneuten Verschluss zu verhindern.

Inzwischen gibt es Gefäßstützen, die Medikamente in das Gefäßinnere abgeben. Dadurch soll ein übermäßiges Wachstum der Gefäßinnenhaut verhindert werden, welches zum erneuten Verschluss führen könnte. Ein mit entzündungs- und wachstumshemmenden Medikamenten beschichteter Stent heilt allerdings schlechter als unbeschichtete Stützen in die Gefäßwand ein.
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Stent mit und ohne Beschichtung

Nach einer anfänglichen Euphorie über die bahnbrechende Weiterentwicklung der Stent-Technik durch Medikamentenbeschichtung sind auch kritische Stimmen laut geworden. In Nachuntersuchungen hat sich öfter als bei nicht medikamentenbeschichteten Stents postoperativ eine Thrombosierung der Stents gezeigt, besonders wenn nach der Operation die antithrombotische Behandlung nicht ausreichend war oder wenn die Stents in bereits voroperierte Arterien eingebaut wurden. Deutsche Herzspezialisten empfehlen aus diesem Grund, bei einer Stent-Implantation künftig sorgfältig abzuwägen, welcher Patient voraussichtlich von einer Medikamentenbeschichtung profitieren wird und für wen sie nicht geeignet ist. Der Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) zu diesem Thema steht noch aus.

Fest steht: Wenn ein medikamentenbeschichteter Stent eingesetzt wird, muss der Herzpatient noch mindestens ein Jahr lang eine Kombination aus gerinnungshemmenden Medikamenten (Clopidogrel, ASS) einnehmen, ASS meist lebenslang.
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Wirksamkeit der Gefäßweitung

Wurde ein Herzkranzgefäß mithilfe des Herzballonkatheters geweitet, so ist mit fast hundertprozentiger Sicherheit unmittelbar danach der Blutfluss wieder gewährleistet. Dadurch verschwinden bei den meisten Patienten auch die Angina-Pectoris-Beschwerden. Es besteht allerdings die Gefahr, dass sich das Gefäß erneut verengt und eine neuerliche Weitung erforderlich ist. Nichtsdestotrotz haben in den vergangenen Jahren die Gefäßweitungen weltweit enorm zugenommen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Eingriff mit dem Herzkatheter normalerweise nur einen sehr kurzen Krankenhausaufenthalt von zwei bis drei Tagen erforderlich macht, während der Patient nach einer Bypass-Operation länger in der Klinik bleiben muss und sich langsamer von dem Eingriff erholt. Neuesten Studien zufolge werden die Beschwerden und die Prognose eines Patienten besonders dann verbessert, wenn vor dem Stenteinsatz mittels eines durch den Herzkatheter eingeführten Drahtes diejenigen Engstellen ausfindig gemacht werden, die den Blutstrom tatsächlich einengen.

Bisher wurde ein Stent an allen Engstellen eingepflanzt, die in der Gefäßdarstellung der Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden konnten. Allerdings engen nicht alle Gefäßverengungen den Blutfluss tatsächlich ein. Durch die neue Druckdrahtmessung werden die relevanten Engstellen erkannt und ein Stent nur dort eingesetzt, wo der Durchfluss wirklich behindert ist.
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Bypass-Operation

Sind bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) entweder der Hauptstamm oder mehrere Gefäße verschlossen bzw. die Engstellen mit dem Katheter schlecht erreichbar, ist eine Bypass-Operation sinnvoll. Dazu wird ein körpereigenes Gefäß, entweder eine Beinvene oder eine Brustarterie, so in das Herzkranzgeflecht verpflanzt, dass der Blutfluss um die Engstellen herum geleitet wird. Keine Angst: Die als Gefäßersatz verwendete Beinvene beziehungsweise Brustarterie ist an ihrem angestammten Platz entbehrlich, ihre Funktion wird sofort von anderen Gefäßen übernommen.

Die Bypass-Operation erfordert eine Vollnarkose und wird deshalb erst angewendet, wenn eine schonende Ballondilatation keinen Erfolg verspricht. Bei schwer-kranken Patienten muss der Arzt Nutzen und Risiken der Operation sorgfältig abwägen. Es gibt aber für die Bypass-Operation keine Altersgrenze. Wie britische Wissenschaftler berichten, profitieren auch über 80-Jährige von dem Eingriff am Herzen. In diesem Alter ist es sinnvoll, nicht zu warten, bis ein Herzinfarkt eintritt und dann eine Notoperation durchzuführen. Die Erfolgschancen sind besser, wenn bei ausgeprägten Angina-Pectoris-Beschwerden bereits vorbeugend operiert wird. Alte Patienten erholen sich zwar nicht so rasch von dem schweren Eingriff wie jüngere, sie können aber mit dem Gefäßersatz länger leben als nicht operierte Altersgenossen mit der gleichen Krankheit.
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Joggende Frau
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Sport kann auch bei einer bestehenden KHK weiterhin betrieben werden. Die Voraussetzung: Der Betroffene darf sich dabei nicht überanstrengen.
Blisterpackungen
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Medikamente sollen die steigende Herzfrequenz und den Blutdruck senken und die Gefahr der Blutgerinnselbildung herabsetzen.
Grafik: Stent bei Arteriosklerose
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Der Stent ist eine Gefäßstütze, die mithilfe eines Herzkatheters in verengte Gefäße eingesetzt wird, um sie zu weiten und einen erneuten Verschluss zu verhindern.
Bypass-Operation
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In der Bypass-Operation verpflanzt der Chirurg ein körpereigenes Gefäß des Patienten so in das Herzkranzgeflecht, dass der Blutfluss um die Engstellen herum geleitet wird. Dazu verwendet er eine Beinvene oder eine Brustarterie.